Kann man rauchfrei leben?
Jeder Mensch kommt ohne das drängende Bedürfnis nach Nikotin auf die Welt, daher ist ein rauchfreies Leben unser natürliches Dasein. Und doch sind Millionen Menschen abhängig von Zigaretten.
Warum wird geraucht?
Nikotin als Suchtmittel betäubt unsere Empfindungen und das Wahrnehmungsvermögen. Wir spüren unsere Gefühle dann nicht mehr in der normalen Intensität. Sei es ein Minderwertigkeitsgefühl, der Gruppenzwang in der Jugend oder ein oft übergroßer Leistungsdruck.
Je mehr wir versuchen, jemand zu sein, der wir von Innen heraus nicht sind, desto größerer Druck baut sich in der Psyche auf. Um dieser Zerrissenheit nicht ständig ausgeliefert sein zu müssen, ist Nikotin eine Möglichkeit, die empfindungsmäßige Wahrnehmung zu verringern.
Wie kann man mit dem Rauchen aufhören?
An dieser Stelle stellt sich mehr die Frage, ob man bereit ist, all die Gefühle in sich selbst ansehen und akzeptieren zu wollen, die während und nach einem Entzug auftauchen. Es geht um die Bereitschaft, sich selbst aushalten zu wollen, wenn kein Trostmittel als Alternative zu unangenehmen Situationen zur Verfügung steht. Rauchfreiheit beginnt im Kopf, mit der definitiven Entscheidung, “schlechte” Gefühle in sich selbst zu respektieren. Weil sie da sind und zu unserem Leben dazugehören. Und wir nur aufhören müssen, vor scheinbar negativen Bedingungen weglaufen zu wollen.